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Enthüllungsjournalismus – Auch Österreich kann das

Die Enthüllung des Ibiza-Videos hat nicht nur die österreichische Politik auf den Kopf gestellt, sie ist auch ein Paradebeispiel für geglückten investigativen Journalismus. Zu weltweiter Bekanntheit haben es zumeist amerikanische oder internationale Aufdeckungen gebracht, etwa die Berichterstattung zur Watergate-Affäre, die Panama-Papers oder auch die Pentagon Papers.

Doch auch in Österreich ist der investigative Journalismus bzw. Enthüllungsjournalismus stark vertreten, und das schon seit Jahrzehnten. Wir von CLIP haben drei Beispiele genau dafür herausgesucht.

 

Der AKH-Skandal

Nicht nur das Krankenhaus Nord ist skandalgebeutelt, auch das Wiener Allgemeine Krankenhaus hatte einen schweren Start. Anstatt der ursprünglich veranschlagten eine Milliarde Schilling verschlang der Bau ganze 45 Milliarden und wurde damit zu Europas teuerstem Krankenhaus. Noch dazu hatte Adolf Winter, zuständig für das Bauvorhaben, von einigen Unternehmen, an die er Aufträge vergeben hatte, Schmiergelder kassiert oder als Privatperson kostenlose Dienste von ihnen in Anspruch genommen.

Der österreichische Enthüllungsjournalist Alfred Worm brachte diese Machenschaften ans Licht, sodass es 1981 zu einem Gerichtsverfahren gegen Winter sowie elf weitere Personen kommen konnte.

 

Die Lucona-Affäre

Benannt nach dem Frachtschiff Lucona, ist die Lucona-Affäre einer der größten österreichischen Politskandale. Angeblich wurde die Lucona 1976 mit einer Uranaufbereitungsanlage beladen, die für umgerechnet 15,4 Millionen Euro versichert war. Auf offenem Meer explodierte ein Zeitzünder auf dem Schiff, es sank nahe den Malediven, sechs der zwölf Besatzungsmitglieder starben. Es stellte sich jedoch heraus, dass anstelle der versicherten Uranaufbereitungsanlage lediglich Schrott an Bord gewesen war – im Wert von etwa 73 000 Euro. Ein gewaltiger Versicherungsbetrug also, doch damit nicht genug: Recherchen von Enthüllungsjournalisten, die den Fall vor die Staatsanwaltschaft bringen wollten, wurden von diversen Ministern blockiert. Erst ein Jahrzehnt später, insbesondere durch die Veröffentlichung eines Buches über den Lucona-Skandal von Hans Pretterebner, schaltete die Justiz sich ein. Der Hauptverantwortliche, Udo Proksch, wurde 1992 zu lebenslanger Haft verurteilt, einige Politiker, die in die Affäre verwickelt gewesen waren, traten zurück.

 

Telekom, Buwog, Hypo, Eurofighter

Bis heute beschäftigen Gerichtsverfahren und Untersuchungsausschüsse zur Telekom-Affäre etc. die österreichische Gesellschaft. Auch zu ihrer Enthüllung trugen österreichische Journalistinnen und Journalisten maßgeblich bei, und damit dazu, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden können.

 

Fazit

Auch in Österreich war und ist Enthüllungsjournalismus ein wichtiger Bestandteil der Medienlandschaft. Missstände aufzudecken zählt zu den Kernaufgaben von Journalistinnen und Journalisten, weshalb es umso wichtiger ist, dass sie in ihrer Berufsausübung frei sind – schließlich sind wir als Mitglieder der Gesellschaft diejenigen, die davon profitieren.

 

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