Format und Trend wurden zu trend.

Wirtschaftsmagazin trend.

Am 17. Dezember 2015 ist Format, das wöchentliche Wirtschaftsmagazin der Verlagsgruppe News (VGN), zum letzten Mal unter diesem Namen erschienen. Seit Jänner diesen Jahres heißt Format jetzt trend. (klein-geschrieben und mit Punkt). Das Magazin erscheint wie gewohnt jeden Freitag und einmal im Monat als umfangreichere Premium-Ausgabe, die das bisherige Monatsmagazin Trend ersetzt. Die Verlagsgruppe News, deren andere Flaggschiffe ein wenig Platz machen (Woman erscheint nun donnerstags statt freitags, News am Samstag statt am Donnerstag), hat damit seine beiden Wirtschaftsmagazine zu einem Medium fusioniert, wobei zwölf Ausgaben pro Jahr wegfallen. Auch die Redaktion soll dem Vernehmen nach verkleinert werden. Hat sich neben diesen Rationalisierungsmaßnahmen inhaltlich etwas verändert?

 

Was sagt CLIP Mediaservice zum neuen trend.?

 

Der erste Eindruck im Print-Lektorat von CLIP Mediaservice: Format heißt zwar jetzt trend., sieht aber im Wesentlichen immer noch nach Format aus. Nicht nur das Layout wirkt vertraut, auch die Schwerpunkte der Berichterstattung sind im Großen und Ganzen gleich geblieben. Was sich neben dem Namen v.a. verändert hat, sind leichte Akzentverschiebungen in der Ressortaufteilung. Die Ressorts Politik und Business wurden zusammengelegt (laut Chefredakteur Andreas Lampl in einem Standard-Interview, weil bislang „ohnehin zu 90 Prozent Wirtschaftspolitik“ behandelt wurde). Dafür gibt es eine neue Unterscheidung in die Rubriken Österreich und Welt, was eine Aufwertung der internationalen Berichterstattung bedeutet. Vergrößert wurden der Meinungsteil („Standpunkte“) ebenso wie der Service-Teil, der sich vielleicht noch ein wenig mehr als bisher am Gewinn orientiert. Das Ressort „Privat“ ersetzt „Kultur & Style“ und findet sich wie gewohnt im hinteren Heftteil.

 

Die berüchtigten Branchen-Seiten

 

Die bisherigen Branchen-Seiten, gefüllt mit kleinen und kleinsten Artikeln und Meldungen, waren im Print-Lektorat berüchtigt, denn ihre Lektüre erforderte immer allerhöchste Konzentration. So stieg unter den Lektorinnen und Lektoren vor dem Relaunch auch die Spannung in Bezug auf die Frage: Wird es die Branchen-Seiten des alten Format weiterhin geben oder nicht? Es wird. Die Rubriken umfassen wie gewohnt und mit nur minimalen Anpassungen: Banken & Versicherungen, Immobilien, Digital, Handel & Dienstleistungen, Werbung & Public Relations, Tourismus, Auto & Verkehr, Medizin & Pharmazie, Recht & Steuer. Neu hinzugekommen ist die Rubrik „Forschung & Innovation“. Weggefallen ist „Management & Karriere“, stattdessen gibt es nun im Service-Teil gleich mehrere Karriere-Seiten.

 

Was wurde aus dem alten Trend?

 

Auch die erste monatliche Premium-Ausgabe erinnert in ihrem modernisierten Layout mehr an Format als an den bisherigen Trend, dessen altehrwürdig seriöses Erscheinungsbild einer gestalterischen Verjüngungskur geopfert wurde. Nicht nur der charakteristische silberfarbene Rahmen auf dem Cover ist Geschichte. Zur Ausrichtung auf eine jüngere Zielgruppe wurde der Trend optisch „formatiert“ und durfte dafür den „trend.igen“ Namen für das neue Wirtschaftsmagazin beisteuern. Vom Umfang her erscheint die Premium-Ausgabe allerdings in gehaltvoller alter Trend-Tradition. Das Bemühen, mit längeren Storys und Hintergrundanalysen journalistischen Tiefgang zu liefern, ist unübersehbar. Einem monatlich jeweils neuen Sonderthema werden besonders viele Seiten gewidmet. Eingebunden in die Magazinseiten erscheint der erweiterte Meinungsteil mit renommierten Gastkommentatoren optisch und haptisch separiert auf beiges Papier gedruckt, das an internationale Qualitätszeitungen gemahnt. Dadurch ergibt sich ein vielleicht noch etwas gewöhnungsbedürftiger Stilmix. Manch längere Reportage etwa erinnert von der generös luftigen Aufmachung her eher an Forbes Austria.

 

Fazit

 

Die Zusammenführung von Format und Trend unter einheitlicher Marke ist primär ökonomisch motiviert (Einsparung von zwölf Ausgaben pro Jahr, Verkleinerung der Redaktion, Reduktion des Marketing-Aufwands). Inhaltlich wird die Druckerpresse nicht neu erfunden, sondern man verlässt sich auf eine neu akzentuierte Mischung alter Konzepte. Es bleibt in jedem Fall abzuwarten, ob der trend. nach seiner optischen Verjüngung auch inhaltlich das liefern wird, was für seine Zielgruppe ein lesenswertes Magazin ausmacht. Das Print-Lektorat hofft auf spannende Aufdecker-Geschichten à la Format verbunden mit journalistischer Seriosität in guter alter Trend-Tradition!

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