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mediale Berichterstattung während einer Pandemie

Wie wichtig ist die mediale Berichterstattung während einer Pandemie?

In der momentanen Coronakrise ist die mediale Berichterstattung omnipräsent. Tageszeitungen informieren über die Pandemie, die täglichen Infektionszahlen oder die neuen Maßnahmen der Bundesregierung. Nachrichtensendungen übertragen Pressekonferenzen und erörtern in Sondersendungen die brisantesten Themen zur Coronathematik. Die Medien übernehmen hier die Vermittlerrolle, um Informationen und Handlungsanweisungen in die Bevölkerung zu bringen. Mit dieser Informationsweitergabe wurde der schrittweise „Lockdown“ umgesetzt, um die Infektionszahlen zu minimieren.

Wir als Medienbeobachter haben einen weitgreifenden Überblick über die inhaltliche Berichterstattung der Medien. Seit das öffentliche Leben zum Stillstand gekommen ist, berichten die Zeitungen in allen Rubriken über coronabedingte Veränderungen. Unser Medienmanagement schätzt die Berichterstattung über Corona in den Tageszeitungen auf 80%.

Was wäre nun, wenn die Medien nicht über die Coronakrise berichten würden?

Wir haben uns auf die Suche nach Pandemie-Berichterstattungen gemacht und einen außerordentlichen Fall entdeckt. Die Nicht-Berichterstattung während der Spanischen Grippe.

 

Die Spanische Grippe kommt eigentlich nicht aus Spanien

Im Frühling 1918 zog die erste von drei Wellen der Spanischen Grippe über Europa. Während der Erste Weltkrieg noch voll im Gange war, verbreitete sich die Pandemie still und heimlich aus. Was hat nun die Medienberichterstattung mit dieser Pandemie zu tun?

Während des Ersten Weltkriegs unterlag ganz Europa einer Pressezensur. Die verfeindeten Nationen achteten akribisch darauf keine Nachrichten über Truppenbewegungen, Verluste an der Front oder Informationen über besondere Notlagen der Bevölkerung zu veröffentlichen. Dass eine hochansteckende Krankheit unter der verarmten und kriegsgebeutelten Bevölkerung grassierte, war also nicht gerade ein willkommenes Thema für die Berichterstattung.

Nur Spanien unterlag nicht der Pressezensur. Und so kam es, dass im Frühjahr 1918 die spanischen Medien als einzige über eine „merkwürdige epidemische Krankheit“ schrieben.  Erst im Sommer berichteten auch andere internationale Medien über eine „Spanische Grippe“, um zu vertuschen, dass bereits eine „Weltweite Grippe“ am grassieren war, der bereits tausende Menschen zum Opfer gefallen waren.

Man schätzt die Todeszahlen dieser Pandemie auf 27 Millionen bis 50 Millionen ein. Das sind mehr Menschen als im Ersten Weltkrieg verstorben sind. Erst bei der zweiten Welle im Herbst 1918 berichteten die Medien international woraufhin dementsprechende Maßnahmen getroffen werden konnten.

Es wäre interessant zu wissen, ob man diese Pandemie eingrenzen hätte können, wenn die Berichterstattung transparenter gewesen wäre. So oder so ist die mediale Berichterstattung in einer pandemischen Krise eindeutig von enormer Wichtigkeit.

Übrigens: Heute geht man davon aus, dass die Spanische Grippe ihren Ursprung in den USA hatte und mit den US-Soldaten per Schiff nach Europa kam und sich von dort aus über die ganze Welt verbreitete. In Spanien spricht man von der „Pandemia de gripe de 1918“ und weniger von der „Gripe española“.

 

Im Zusammenhang auch interessant: Die Verantwortung der Medien

 

Andrea Scharf

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