Wie es „Fake News“ in die Medien schaffen

Fake News

Anfang Dezember hat der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) den neuen Public Value Bericht präsentiert. Darin wird der Mehrwert der österreichischen Zeitungen und Magazine im Strukturwandel der Öffentlichkeit diskutiert. In die Medien gelangten vor allem die Inhalte des Public Value Bericht, die den „Konflikt“ zwischen traditionellen versus soziale Medien – Stichwort Fake News – behandeln. Für uns als Medienbeobachter beider Medienbereiche Grund genug, Ihnen in diesem Beitrag das Wichtigste zusammenzufassen.

 

Mit journalistischem Mehrwert gegen postfaktische Ära

So titelt der VÖZ im Zuge der Veröffentlichung des Public Value Berichts. VÖZ-Geschäftsführer Gerald Grünberger sieht professionellen Journalismus, konfrontiert mit der „drohenden postfaktischen Zeitenwende“ heute wichtiger denn je. Falschmeldungen aus Facebook und Co. befänden sich im Zunehmen, immer öfter würde Fake News Glauben geschenkt und sich vom Staat, seinen Institutionen und Entscheidungen abgewandt.

 

Warum soziale Medien zivilisiert werden müssen

Auch Udo Di Fabio vom Institut für Öffentliches Recht an der Universität Bonn lässt nichts Gutes an der neuen Kommunikationskultur in den sozialen Medien: Es gäbe eine Fragmentierung von Kommunikationsräumen und eine Verwilderung der Sitten, die gefährlich für die Demokratie sei. Die traditionellen Medien müssten hier ihre Aufgabe als Ordnungshalter leisten. Sozialphilosoph Alfred Pfabigan meint über Facebook, dass dieses Medium in der Pubertät stecke und einen Zivilisierungsprozess vom Gesetzgeber bräuchte, wie es bei anderen Medien früher auch schon geglückt sei.

 

Medienmarke schafft Vertrauen

Medien, denen sein Publikum Vertrauen schenkt, werden künftig erfolgreich sein, prognostiziert VÖZ-Präsident Thomas Kralinger. Die Medienmarke ist hier ein relevanter Faktor: der Konsument weiss, mit welcher Art von Nachrichten, welchem Kommentier- und Schreibstil etc. zu rechnen ist. Laut Kommunikationswissenschafter Matthias Karmasin zeigen Zahlen, dass ein einmal etabliertes Vertrauen in eine Medienmarke nur sehr schwer erschüttert werden kann.

 

Von Außerirdischen und Medienkompetenz

Erinnern Sie sich noch an die Geschichte, als der amerikanische Radiosender CBS 1938 in einem vermeintlichen Livebericht verkündete, dass Außerirdische gelandet wären und die Zuhörer in Angst und Schrecken versetzte? Natürlich handelte es sich in Wirklichkeit um ein Hörspiel des Romans War of the Worlds von H. G. Wells, inszeniert vom Regisseur Orson Welles, der bewusst verwirren wollte. Zu der Zeit führte dies aber zu großem Aufsehen: vor allem die Printmedien warfen dem neuen Medium Radio Verantwortungslosigkeit und absichtliche Falschmeldungen vor. Fake News gab es also auch schon vor den sozialen Medien.

Uns fällt dazu das Stichwort Medienkompetenz ein. Gemeint ist die Fähigkeit erkennen zu können, ob ein Medium neutral ist, oder eine bestimmte Meinung darstellen möchte; sich kritisch mit Inhalten aus Medien auseinanderzusetzen, Quellen zu hinterfragen; kurzum: zu einem verantwortungsvollen, bewussten Umgang mit Medien. Diese Fähigkeit wird im Angesicht immer neuer Technologien und neuer sozialen Medien sicherlich mehr und mehr Stellenwert gewinnen.

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