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Europawahl

Die Europawahl und die Medien

Schlagzeilen wie „ChatGPT würde links wählen“ oder die Vorkommnisse rund um die EU-Kandidatur von Lena Schilling zeigen, dass die Europawahl auch in den österreichischen Medien präsent ist – jedoch immer aus einem österreichischen Blickwinkel. Dies verdeutlicht ein zentrales Problem: die fehlenden europäischen Medien.

Selbst bedeutende Veranstaltungen zur Europawahl, wie die Maastricht-Debatte vor einem Monat, bei der die Spitzenkandidat*innen der Europäischen Kommission diskutierten, finden nur wenig Resonanz. Das wirft die Frage auf, warum solche wichtigen politischen Ereignisse nicht in den öffentlichen Rundfunkanstalten der EU-Mitgliedsstaaten übertragen werden. Diese Frage richtete der deutsche Sender WDR an den Politik- und Kommunikationsberater Johannes Hillje. Er betont, dass Europa in nationalen Medienblasen lebe. Nationale Medien filtern europäische Informationen durch eine nationale Brille, was eine gemeinsame europäische Medienöffentlichkeit erschwere.

 

EurActiv und Politico Europe: Medien für Europa

EurActiv, ein europäisches Mediennetzwerk, versucht, diese Lücke zu schließen. Mit Büros in verschiedenen Mitgliedsstaaten und einer Zentrale in Brüssel berichtet EurActiv aus einer europäischen Perspektive über nationale und europäische Themen. Auch die Wochenzeitung Politico Europe hat sich einer europäischen Berichterstattung verschrieben. Das ist keine leichte Aufgabe für die Journalist*innen dieser Medien, die in Themen und Debatten aus 27 Mitgliedsstaaten bewandert sein müssen. Politico Europe und EurActiv leisten einen wichtigen Beitrag, um die Kommunikation zwischen Stakeholdern, besonders vor und während der Europawahl, zu erleichtern. Dennoch sind es Nischenmedien, die vorrangig von Abgeordneten und Wirtschaftsverbänden in Brüssel konsumiert werden – und damit ein elitäres Publikum und nicht die breite Masse der Zivilbevölkerung erreichen.

Die Europawahl als Chance

Dass europäische Kooperation in den Medien möglich und technisch umsetzbar ist – solange das nötige Interesse besteht – zeigt der Eurovision Song Contest. Der ESC ist die größte Gemeinschaftsproduktion der European Broadcasting Union, einem Zusammenschluss von 73 Rundfunkanstalten aus 56 Ländern. Hillje schlägt vor, dass nationale Rundfunkanstalten besser zusammenarbeiten sollten. Gemeinsame Formate wie eine europäische Politik-Talkshow oder eine digitale Plattform könnten helfen, ein gemeinsames europäisches Interesse zu fördern.

 

Für eine funktionierende europäische Demokratie ist eine gemeinsame europäische Medienöffentlichkeit notwendig. Nur so können die Bürger*innen der EU über nationale Grenzen hinweg informiert und in europäische Debatten einbezogen werden. Die bevorstehende Europawahl bietet eine Gelegenheit, dieses Ziel voranzutreiben und die europäische Öffentlichkeit zu stärken.

Irmi Koller

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