Der Augustin – Eine Zeitschrift zwischen Boulevard und Sozialprojekt

Augustin

Als „erste österreichische Boulevardzeitung“ bezeichnet sich der Augustin. Vor gut 20 Jahren von Robert Sommer gegründet, ist die Zeitung mittlerweile zu einer Institution geworden. Warum diese heute mit schwindenden Verkaufszahlen kämpft und Boulevard nicht zu unterschätzen ist, das erklärt Ihnen dieser Blogbeitrag.

Was ist ein Boulevardblatt?

Per definitionem ist eine Boulevardzeitung ein periodisch in hoher Auflage erscheinendes Druckerzeugnis, dem nur eingeschränkte Seriosität zugeschrieben wird. Der Name rührt daher, da die ersten Vertreter der Gattung nur auf der Straße (also am Boulevard) käuflich zu erhalten waren. Für den Augustin sind heute 14 MitarbeiterInnen angestellt. Vertrieben wird er heute von ca. 300 Verkäufern eben da – am Boulevard.

Was hinter dem Augustin steckt

Die Inhalte sind so vielfältig wie die Interessen ihrer Käufer und die Frage der Seriosität ist damit hinfällig. Denn wenn der Augustin eines ist, dann ein unabhängiges Sprachrohr der Straße. Ein Grund warum auch 50 bis 70 freie Journalistinnen regelmäßig ihre Artikel in der Zeitschrift veröffentlichen. Förderungen erhält der Augustin keine. Für Parteien nuanciert er keine Werbungen. Bezahlt wird unter den Angestellten jeder gleich viel und von den 2,50 Euro der gekauften Zeitschrift bekommt der Verkäufer 1,25 Euro. Ein Konzept, dass seit 1995 funktioniert. Warum kämpft die Zeitung also mit niedrigen Auflagen?

Kein Almosenprojekt

Neben dem allgemeinen Rückgang der Printmedien bekommt der Augustin vor allem eines zu spüren, und das ist eine Art soziale Kälte. Verkaufsverbot an mehreren öffentlichen Plätzen, zunehmend in Lokalen und vor manchen Supermärkten sind hier mitunter ein Ausdruck dafür. Des Öfteren kommt es vor, dass Leute zwar für die Zeitschrift bezahlen, diese dann aber den Verkäufer auffordern, sie zu behalten. „Es geht aber nicht um Almosen“, heißt es von deren Seite jedoch. Auf diese Art reduziert man den Verkäufer aufs betteln, dabei soll das Verkaufen eine Kriminalitätsprävention darstellen und nicht stigmatisieren. Außerdem fließt so auch kein Geld zurück in den Verein. Geld, mit denen Mitarbeiter bezahlt werden aber auch andere Projekte gefördert werden wie zum Beispiel eine Theatergruppe, Deutsch- und Computerkurse.

Fakt ist: Der Augustin als Projekt, als Zeitschrift, als Institution ist in seiner Art zweifellos einzigartig österreichweit.

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