Die Wiener Zeitung wird geprüft und geprüft und geprüft
Die Wiener Zeitung kommt nicht zur Ruhe. Schon 2023 war man erschüttert, als die damalige Bundesregierung die Pflichtinserate in der Wiener Zeitung eingestellt hat. Und das auch zu Recht. Immerhin war sie damals die älteste Tageszeitung der Welt. Zumal das zum Verlust der Haupteinnahmequelle des Mediums führte, das seitdem nicht mehr in gedruckter Form erscheint.
Ein gelungener Neustart mit vielen Aufgaben
Trotz der großen Einschnitte konnte sich die WZ als Onlinemedium etablieren. Der Fokus liegt dabei bei jüngeren Leser*innen und Social Media. Weiters betreibt das Bundesunternehmen ein Media Hub. Dabei handelt es sich um ein Programm, bei dem Jungjournalist*innen eine Anstellung bekommen und später zu Partnerunternehmen wie der APA, Profil usw. wechseln können. Ebenfalls betreibt die Wiener Zeitung das Media Innovation Lab, eine Förderung für MediaTech-Startups.
Und immer wieder grüßt der Sparkurs
Pro Jahr sind seit 2023 16,5 Millionen Euro aus dem Bundesbudget für die Wiener Zeitung GmbH eingeplant. Auch diese Mittel werden nun auf 11,5 Millionen Euro gekürzt, wenn auch bislang nur für die Jahre 2025 und 2026. Laut Martin Fleischhacker, dem Geschäftsführer der WZ, könne man die fehlenden Mittel für diesen Zeitraum mit dem Gesellschaftsvermögen ausgleichen.
Prüfungszeit
Im Mai 2025 kam nun die Meldung vom Rechnungshof, dass die WZ überprüft werde. Zudem kommt nun auch die ÖGK ins Spiel. Dabei sei erwähnt, dass die letzte Prüfung der ÖGK immerhin schon an die acht Jahre her ist, also nun zum ersten Mal nach dem großen Umbau des Mediums wieder stattfindet.
Reporter ohne Grenzen fragte nach Informationen zu Werbeaktivitäten, Nutzungsdaten, dem Media Hub und schließlich auch dem Personalabbau 2023. Auch die FPÖ hat Fragen zu den Gewinnrücklagen des Mediums, das die Einsparungen der nächsten Jahre augenscheinlich mit diesen stemmen möchte.
Zahlensalat
Auch wegen Fehlern bei der Lohnverrechnung der „alten“ WZ muss man sich verantworten. Beim Personalabbau 2023 fiel auf, dass es über einen langen Zeitraum Fehler bei der Gehaltsverrechnung gab, der sowohl entlassene wie auch aktive Mitarbeiter*innen betrifft. Das alles wieder gerade zu rücken ist laut Fleischhacker „ein laufendes Projekt“.
Zudem ist die WZ deswegen auch vor Gericht, da der Behindertenvertrauensmann Paul Vécsei die Offenlegung der Daten zu der Gehaltsabrechnung von Angestellten mit Behinderung eingeklagt hat. Fleischhacker gab sich diesbezüglich diplomatisch und meinte weiters, dass die fehlenden Beträge den aktiven und ehemaligen MitarbeiterInnen natürlich nachgezahlt würden. Angestellte, die zu viel Gehalt bekommen hätten, müssten dies nicht zurückbezahlen.
So oder so kann man sagen, die Wiener Zeitung GmbH hat noch ein sehr ereignisreiches letztes Quartal vor sich, dass das Clip-Team natürlich für sie mitverfolgen wird.

