Wie wir über die Klimakrise berichten (sollten)
Aus den Augen aus dem Sinn: Der Hitzesommer ist vorbei und damit auch die täglichen Artikel über die negativen Auswirkungen der Klimakrise. Wie könnte stattdessen eine verantwortungsvollere Klimaberichterstattung aussehen, die das Thema nicht vergisst, sobald es uns nicht mehr unmittelbar betrifft?
Hitze steigerte das Klimabewusstsein
Wie bereits im April in diesem Blog behandelt, wird in Österreich zu wenig über die Klimakrise berichtet und das sogar mit abnehmender Tendenz. Die mehrfachen Hitzewellen und die lange Trockenheit diesen Sommer haben das Thema jedoch für viele Menschen wieder in den Vordergrund gerückt. Das zeigt eine Studie des Integral-Instituts, die erhob, dass im Sommer 2026 doppelt so viele Menschen einen Anlass sahen über den Klimawandel nachzudenken wie noch im März. Auch das Problembewusstsein für die Klimakrise stieg zwischen März und Juli von 57% auf 64%. Und die Medien berichteten fleißig, schließlich kommen Storys, die jeden Menschen im Alltag beschäftigen gut an. Aber eine ausschließlich saisonale Auseinandersetzung wird der Klimakrise offensichtlich nicht gerecht und die österreichischen Medien könnten dazu beitragen, das Problem auch in den kälteren Jahreszeiten als Gesprächsthema zu erhalten.
Wie eine gute Klimaberichterstattung funktionieren kann
Am 28.9.2026 berichtete der ORF über die Ergebnisse einer noch laufenden Studie der Universität Graz, die zeigen, dass die richtige Art über die Klimakrise zu berichten durchaus zu klimafreundlichem Verhalten motivieren kann. Dafür muss man aber das richtige Maß zwischen Bedrohung und möglichen Lösungen finden und die Menschen in ihren individuellen Lebenssituationen abholen. Das empfiehlt auch das Netzwerk Klimajournalismus Österreich, das neben visuellen Datenbanken zur Klimakrise auch Leitfäden zur besseren Berichterstattung bereitstellt. Klimaberichterstattung sollte demnach unter anderem in allen Ressorts mitgedacht werden, die Geschichten von realen Personen erzählen, Emotionen und nicht nur Statistiken zeigen und vor allem über lokale Auswirkungen im alltäglichen Leben der Menschen berichten. Und auch wenn die Klimakrise Auswirkungen auf alle Themen von Migration bis Sport hat, denke ich, dass die Einführung eines eigenen Klima-Ressorts dafür sorgen könnte, dass das Thema auch das gesamte Jahr über ausreichend präsent bleibt.
Mehr dazu:
Integral Presseaussendung, 14.07.2026: https://www.integral.co.at/media-center/presse/extremwetter-klimafolgen-werden-wieder-spuerbar-oesterreich-sieht-sich-schlecht-darauf-vorbereitet
Netzwerk Klimajournalismus: https://www.klimajournalismus.at/allgemein/klima-kodex/
ORF, Klima-News müssen Menschen individuell abholen, 28.9.2026: https://science.orf.at/stories/3237514/

